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Faszien

In der Medizin werden unter den Faszien alle Strukturen zusammengefasst, die in verbindender Weise („Bindegewebe“) den Körper zusammenhalten. Lange Zeit hat man diesen Strukturen keine besonderen Funktionen beigemessen.

 

A.T.Still (1828-1917), der Begründer der Osteopathie, hat schon in seinen frühen Werken auf die Bedeutung der Faszien hingewiesen: Sie halten die Kommunikation zwischen dem Gewebe und den Organen aufrecht. Deshalb spielen die Faszien für Osteopathen schon immer eine größere Rolle, ohne dass man ihre Funktionen wirklich kannte.

 


Erst seit ca. 25 Jahren beginnt man das Gewebe systematisch zu untersuchen und erkennt dessen Funktion und Bedeutung. So zeigen neuere Untersuchungen, dass die Faszien Sitz der Propriozeption (Körperwahrnehmung) und Nozizeption (Schmerzwahrnehmung) sind. Störungen in diesen Strukturen führen somit zu Schmerzen und Einschränkungen. Auch Parästhesien (Missempfindungen) lassen sich durch Veränderungen im Fasziengewebe erklären. Weitere Forschungen haben gezeigt, dass Faszien eine eigenständige Aktivität in Form einer Kontraktilität aufweisen.

 

In der Forschung wird der Begriff der Faszie nicht einheitlich verwendet. Stephen Typaldos fasste unter dem Faszienbegriff alles zusammen, was die Kontinuität des Körpers erklärt. Dazu zählen neben dem kompletten Halte- und Stützapparat auch alle Umhüllungen von Organen und Gefäßen.